Stationäre Wettvermittlungsstellen: Regeln für Wettbüros vor Ort
Neben dem Online-Angebot können Sportwetten in Deutschland auch in stationären Wettvermittlungsstellen abgegeben werden, die umgangssprachlich als Wettbüros bezeichnet werden. Für diese Geschäfte gelten eigene Vorschriften, die sich von den Regeln für das Internet in mehreren Punkten unterscheiden. Zuständig für die Erlaubnis sind die Länder, nicht die gemeinsame Aufsichtsbehörde.
Doppelte Erlaubnispflicht
Eine Wettvermittlungsstelle darf nur für einen Wettanbieter tätig werden, der selbst über eine deutsche Erlaubnis verfügt. Zusätzlich benötigt die Vermittlungsstelle eine eigene Erlaubnis des Landes, in dem sie betrieben wird. Beide Voraussetzungen müssen gleichzeitig vorliegen. Fehlt eine davon, ist der Betrieb unzulässig, auch wenn der Wettanbieter selbst ordnungsgemäß lizenziert ist.
Abstandsgebote und Standortregeln
Die Länder schreiben in ihren Ausführungsgesetzen Mindestabstände zwischen Wettvermittlungsstellen sowie zu Schulen und Jugendeinrichtungen vor. Die konkreten Werte unterscheiden sich von Land zu Land und liegen häufig zwischen 100 und 500 Metern. Auch die Nähe zu Spielhallen kann eingeschränkt sein. Ziel ist es, eine Häufung von Glücksspielangeboten in bestimmten Stadtvierteln zu verhindern.
Daneben gelten Vorgaben zur äußeren Gestaltung. Die Werbung an der Fassade ist begrenzt, und der Betrieb darf nicht mit anderen Angeboten wie Gastronomie oder Geldspielgeräten verbunden werden. Der Verkauf von Alkohol in Wettvermittlungsstellen ist untersagt.
Spielerschutz vor Ort
Auch in Wettbüros müssen die zentralen Schutzinstrumente greifen. Vor jeder Wettabgabe ist ein Abgleich mit der Sperrdatei vorgeschrieben, was eine Identifizierung des Kunden erfordert. Minderjährigen ist der Zutritt verboten. Das Personal muss geschult sein und auf Anzeichen problematischen Spielverhaltens reagieren können.
Für Wettende unterscheidet sich die stationäre Wette damit in der Praxis weniger vom Online-Angebot, als es auf den ersten Blick scheint. Die gleichen Grenzen und Sperren gelten, lediglich die Zuständigkeiten und die Standortvorgaben sind anders geregelt. Ein Unterschied bleibt die Anonymität: Während online jede Wette dem Konto zugeordnet wird, ist vor Ort nur die Identifizierung für den Sperrabgleich vorgeschrieben.